Pfarrkirche St. Andreas
Baldershausen
Eschenhart
Seelenhaus (Grotte)
Kriegerkapelle
Ludmannsdorf
Margarethenthann
Oberbuch
Oberlauterbach
Pestkapelle
Prasterkapelle
Schloßkap. Obl.
Schloßkap. Wildbg.
Schweinbach
Tollbach
Willersdorf

 
Kirchen Gruppen Aktuelles Gemeinde
Kontakt
 
Pfarrkirchen von Osten
Altarbild "St. Andreas"/
Turmspitze mit Gockel
Deckengemälde
Altarbild linker Seitenaltar
Kreuzweg / Pieta
Kunstvoller Deckel der Kanzel
Überlebensgroßer Hl. Valentin
Orgelprospekt
Putto an der Orgel / Madonna

Pfarrkirche "St. Andreas"

Der Ort erscheint erstmals unter dem Namen "Pirchinwanch" um 730. Das Domstift Regensburg war im Ort begütert, so 874 niedergeschrieben. Edle "de Pirchenwang" treten im 12. und 13. Jahrhundert auf. 1271 ist von einem Hofmarkstausch zwischen dem Regensburger Bischof Leo und Hänslin von Lauterbach die Rede. In der Folgezeit gehörte die Hofmark zu der von Hänslin gegründeten Herrschaft zu Wildenberg. Bischof Leo und Hänslin von Lauterbach die Rede. In der Folgezeit gehörte die Hofmark zu der von Hänslin gegründeten Herrschaft zu Wildenberg.

Pürkwang und Wildenberg sind heute zusammengewachsen. Wirkungsvoll grüßt von der Bundesstaße 299 die spätgotische Kirche mit ihrem roten Ziegelbau und dem mächtigen Turm (46 m) herüber. Sie steht auf einem Berg, einer Anhöhe. Bevor man in die Kirche eintritt, fällt der Blick unwillkürlich hinab ins Dorf (oder die beiden Dörfer: Pürkwang und Wildenberg) - und auf den leuchtendweißen Bau des Schlosses der Ritter Ebran von Wildenberg.

Ritter Hans Ebran von Wildenberg war es, der dieses Gotteshaus erbauen ließ. 1462 stiftete er aus Dankbarkeit, daß er siegreich und gesund aus einem Krieg heimkehrte, zuerst eine Glocke für das alte Gotteshaus - und dann veranlaßte er den Neubau der Kirche, wie sie jetzt vor uns steht. Das Innere der Kirche freilich erfuhr in der Barockzeit eine totale Veränderung. Für die Ausführung wurde der aus Wessobrunn stammende Maurermeister und Stukkateur Josef Bader gewonnen.

Was geschah also 1724?
Die Netzrippen der Gewölbe wurden beseitigt; die Wandpfeiler erhielten eine Ummantelung mit Pilastern und Kapitellen und hohen Gebälkstücken. Reiche Stuckdekorationen wurden geschaffen; im Altarraum sind sie besonders dicht und meisterlich. An den Gewölben wurden Rahmenfelder angebracht - mit Rankenwerk und Muschelmotiven, Puttenköpfen und Blüten. Im Mittelfeld des Kirchenschiffes prangt ein stukkierter Wolken- und Strahlenkranz mit Putten. Ausgemalt wurden diese beiden Felder erst 1888. Auch die doppelte, geschweifte, auf je zwei Säulen ruhende Empore stammt aus der Barockzeit. Die Fenster sind rundbogig verändert worden. Das Südportal wurde zugemauert und dafür der Westeingang mit der Vorhalle angelegt.
Und die Einrichtung wurde natürlich ausgetauscht. Herrliche Frührokoko-Ausstattung! "Beachtenswert" stuft der Band XXII "Die Kunstdenkmäler von Bayern" diese Kunstwerke ein. Der Hochaltar. "Stattlicher Aufbau mit vier Säulen, deren äußeres Paar gewunden, und gleichartigem Aufzug zwischen Giebelschenkeln. Auf ihnen sitzen zwei Engel. Figurenreiches Altarblatt: Marter und Kreuzigung des hl. Andreas." Dieses Gemälde stammt von Johann Gebhard aus Prüfening. Die Fassung des Altares wurde erst 1752 vorgenommen - von keinem Geringeren als Ignaz Kauffmann aus Teisbach. Über dem Altarblatt ist eine Kartusche mit dem Chronogramm, das die Jahreszahl 1752 ergibt. In diesem Jahr wurde der Altar privilegiert. Und wieder darüber ist das Oberbild: es stellt die Verherrlichung der heiligen Eucharistie dar. Zwei Assistenzfiguren: der hl. Erasmus und der hl. Valentin.

Frontseitenaltäre. Die Gemälde sind auch von Johann Gebhard. Links die Heilige Familie und rechts St. Sebastian. Je vier Säulen, deren äußeres Paar gewunden ist. Die Oberbilder stellen links St. Barbara dar und rechts St. Florian.

Nebenaltäre. An der Südseite ein Kreuzaltar in Zopfformen (Figuren von dem Abensberger Johann Gallus Weber). An der Nordseite der Donatusaltar in Rokokoformen.

Die Kanzel. "Originelle, wenn auch derbe Stuckarbeit" (Georg Dehio). "Interessante Schöpfung mit üppiger Frührokokodekoration" (Die Kunstdenkmäler von Bayern). Der Schalldeckel ist hoch aufgebaut. Zwischen den laubwerkgezierten Voluten sitzen die vier Evangelisten mit ihren Symbolen. Darüber ist ein Baldachin aufgesetzt, der von einer Wolkengruppe mit Gottvater, Gottsohn und dem Heiligen Geist mit einer Engelgruppe bekrönt ist.

Kreuzwegstationen. "Vorzüglicher großformatiger Gemäldezyklus". Ignaz Kauffmann hat ihn 1765 gemalt .

Schnitzfiguren: Im Schiff Maria mit dem Kind, um 1480 - In den Nischen am Chorbogen St. Barbara (um 1620) und St. Johannes. Im Chorraum rechts St. Andreas am Kreuz (1680). Im Schiff Maria Vesperbild oder Pieta (16. Jahrhundert - vormals in einer Straßenkapelle, der "Prasterkapelle"). Ebenfalls im Schiff St. Johannes Nepomuk.

Eine interessante Schnitzfigur ist in der Sakristei: St. Sebastian, offenbar eine aus der Romantikerzeit des 19. Jahrhunderts stammende Umarbeitung einer spätgotischen Muttergottesfigur um 1470.

Das größte und prächtigste Bauwerk des Ortes wurde erstellt als Dank und zur Ehre Gottes. Fähige Baumeister und begabte Künstler waren am Werk. Die Bürgerinnen und Bürger halfen mit am Bau, finanziell und durch Dienstleistungen. Alle darauffolgenden Generationen hielten es ebenso. Wichtig ist, daß das Werk zum dankbaren Lobpreis Gottes wird!




design © www.web-studios.de